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Gauß-Krüger-Koordinatensystem ArtikelDas Gauß-Krüger-Koordinatensystem ist ein Koordinatensystem, das es ermöglicht, jeden Punkt der Erde mit einer Gauß-Krüger-Koordinate (GKK) (Hoch- und Rechtswert) eindeutig zu verorten.
Das System wurde von Carl Friedrich Gauß und Johann Heinrich Louis Krüger entwickelt und wird vor allem in dem deutschsprachigen Raum seit 1923 genutzt. Sehr viele amtliche topographische Kartenwerke, insbesondere großer und mittlerer Maßstäbe, bauen auf dem Gauß-Krüger-Koordinatensystem auf.
In der deutschen Kartografie und Geodäsie wird dabei das Bessel-Ellipsoid genutzt. Die räumliche Festlegung dieses Ellipsoides in dem Erdkörper - die Lagerung des Ellipsoides - erfolgte für das damalige Preußen mit Hilfe des Zentralpunktes Rauenberg (bei Potsdam). Generell können aber auch andere Ellipsoide benutzt werden. So benutzt man z.B. in Russland Gauß-Krüger-Koordinaten unter Verwendung des Krassovsky-Ellipsoides. Auch in der DDR wurde das Krassovsky-Ellipsoid als Grundlage benutzt. Nach der Wende stellte man dann wieder auf das Bessel-Ellipsoid um.
In Österreich wird für das Österreichische Bundesmeldenetz das Datum Austria benutzt, das auf einem verschobenen Bessel-Ellipsoid beruht.
Im Rahmen der Internationalisierung wird aber das Gauß-Krüger-Koordinatensystem mittlerweile stets mehr vom UTM-Koordinatensystem - unter Verwendung des WGS84-Ellipsoids - abgelöst.
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Die Erde wird in 3° breite Meridianstreifen aufgeteilt. Das heißt, jeder Meridianstreifen geht vom Nord- bis zu dem Südpol und seine begrenzenden Meridiane liegen exakt 3° auseinander. In der Mitte des Meridianstreifens verläuft der Mittelmeridian.
Der Einfachheit halber legt man die Streifen so, dass der Mittelmeridian eine ganzzahliger Gradzahl besitzt (z.B. 0°, 3°, 6°,...).
Jeder Meridianstreifen erhält eine Kennziffer. Dabei bekommt der Nullmeridian die Kennziffer 0 zugewiesen. Nach Osten wird aufwärts gezählt, und nach Westen abwärts gezählt.
| Mittelmeridian | westliche Länge
| Nullmeridian | östliche Länge
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| Längengrad | ... | 9° | 6° | 3° | 0° | 3° | 6°
| 9° | ...
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| Kennziffer | ... | -3 | -2 | -1 | 0 | 1 | 2
| 3 | ...
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Um zu den Koordinaten eines Punktes innerhalb eines Meridianstreifens zu kommen, wird durch den in die Ebene projizierten Meridianstreifen am Äquator die Y-Achse gelegt und auf den längentreuen Mittelmeridian die X-Achse.
X- und Y-Achse stehen senkrecht aufeinander und man liest die X- und Y-Werte wie in einem kartesischen Koordinatensystem ab, also parallel zu den Achsen und nicht zu den jetzt bogenförmige verlaufenden Linien der Längen- und Breitengrade.
Der X- und Y-Wert wird in Metern angegeben. So gibt der X-Wert die Entfernung vom Äquator auf dem längentreu abgebildeten Mittelmeridian bis zu dem Ordinatenfußpunkt und der Y-Wert die Entfernung vom Mittelmeridian bis zu dem Punkt an. Um negative Werte bei den Y-Werten zu vermeiden, wird diesem Wert häufig ein konstanter Wert von 500 Tausend m hinzu addiert (nicht jedoch z. B. in Österreich).
Der X-Wert kann direkt als Hochwert der Gauß-Krüger-Koordinate ausgegeben werden. Dem Y-Wert wird noch die Kennziffer des Mittelmeridians vorangeschrieben und man erhält den Rechtswert des Punktes.
Im Randbereich eines jeden Meridianstreifens gibt es jeweils eine "Überlappungszone" mit einer Breite von 10' (Längenminuten). 10' Längenminuten im einen Streifen, 10' Längeminuten im benachbarten Streifen = Überlappungszone ist also insgesamt 20' Längenminuten breit. In dieser "Überlappungszone" werden für jeden Punkt die Koordinaten in dem jeweiligen Meridianstreifen und die Koordinaten des benachbarten Meridianstreifens angegeben. Dadurch sind geodätische Berechnungen in gewissen Umfang auch über den Randbereich hinaus möglich.
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